Die Abenteuer eines kleinen roten Teekessels (5)
Ja, ich bin wieder da, euer Teekessel !!
Heute erzähle ich euch von dem heimlichen Besuch in der Nacht. Neulich war es ziemlich langweilig im Kaminzimmer und ich fühlte mich etwas einsam, weil kein Gast da war. Das Feuer brannte herunter und alle waren
schlafen gegangen. Es war still im Haus, nur draußen sauste der Herbstwind über den Hunsrück. Da hörte ich Geräusche im unteren Geschoss des Hauses. Es bewegte sich etwas die Treppe herauf…tapp tapp tapp tapp…
Ich lauschte angestrengt in den dunklen Flur hinein und auf einmal lugten zwei bernsteinfarbene Augen um die Ecke, die im letzten Lichtschein der Glut leuchteten. Diese Augen kannte ich. Sie gehörten Amélie, der zweiten Hündin meiner Familie. Sie wohnt noch nicht solange hier und weiß manchmal nicht, wie man sich als Hund benimmt. Also sprang sie auf das Gästebett und machte es sich dort gemütlich.
Da hättet ihr mal am Morgen das Frauchen sehen sollen, au weiah, das gab ganz schön Ärger. Amélie wurde vom Bett gezogen und ausgeschimpft. Danach musste sie zurück in ihren Korb in der Sattelkammer.
Das Bett wurde natürlich sofort frisch bezogen und das Laken gewechselt. Sicherheitshalber liegt jetzt immer eine Tagesdecke, natürlich mit einem Bild von zwei Pferden, über der Bettwäsche. Trotzdem: Hunde dürfen nur unter dem Bett liegen, gell Amélie?
Pferde Abenteuer Hunsrück
Das Schimpfen hat nicht lange gewirkt. Labradors sind recht unempfindlich. Sie hat es wieder getan, weil einer die Tür offen gelassen hatte. Nach dem zweiten Verweis hat sie es aber jetzt wohl verstanden. Siehe Bild!