Ferien für Familien und Kinder in familiärer Atmosphäre   

Reisebericht Tag 7

von Danny am 17.07.2002 in Reiseberichte mit keinem Kommentar

Am Mittwochmorgen regnete es (fast) nicht mehr. Wir starteten zur letzen Etappe Richtung Heimat.. Die Pferde liefen willig und es fing wieder an zu regnen, aber nicht so stark wie am Vortag. Wir ließen uns nicht unterkriegen, denn die Tour durch den Idarwald ist eine der schönsten Routen, die wir kennen. Die Wege sind gut befestigt und die Steigungen allmählich, so dass sie gut zu bewältigen sind. An der Kreuzung die “hängende Birke” genannt wird, überquerten wir die Bundesstraße.

birke.jpgDort gibt es eine Höhenangabe: 715m über n. N - der höchste Punkt unserer Tour - und das Wetter war wie im November: grau, neblig, kalt ca. 10° C!! Aber mit abnehmender Höhe wurde es wieder besser. Nach kurzer Pause in Hoxel ging es endgültig heim. Nach 48 gefahrenen km, merkten die Pferde, dass es zum Stall ging. Unter Freisetzung all ihrer Kraftreserven eilten sie im Galopp bergauf Richtung Heimat. Aber es lagen noch 4km vor uns, darum wurden die Tiere wieder zum Schritt durchpariert. Nach 52km an diesem Tag kamen wir glücklich zu Hause an und es hatte aufgehört zu regnen! birke1.jpgUnsere 2-spännige Reise war nach 7 Tagen und insgesamt 259km zu Ende. Unsere treuen Haflinger hatten wieder einmal bewiesen zu welchen Leistungen sie fähig waren. Auch mit dem Rest der Reise, wie Organisation, Planung, Kartenlesen und Wege finden waren wir sehr zufrieden. Nun aber waren Mensch und Tier auch froh, wieder zu Hause zu sein.

Im nachfolgenden Abschnitt möchte ich nun schildern, was unsere Haflinger noch so alles tun. Dabei sollte man vielleicht etwas über die Abstammung der beiden wissen: Die Stute “Lena” hat von ihrer Mutter her etwas Welsh-Blut und von der väterlichen Seite einen leichten Arabereinschlag mitbekommen. Das macht sie so zäh und leistungsbereit.

Der Wallach “Amigo” bringt von seiner Mutter her einen Kaltbluteinschlag mit, so dass er mit seinem 1.58m Stockmaß für ein Hafi zu groß ist. Er setzt seine Größe und Gewicht willig ein, um jeden Berg und jede andere Schwierigkeit zu bezwingen.

Beide zusammen sind fast unschlagbar!

Sowohl Lena als auch Amigo werden einspännig vor den Gabelheuwender gespannt, was in unseren Hangwiesen nicht immer ganz einfach ist.
Gemeinsam im Gespann ziehen sie den Erntewagen mit bis zu 80 Ballen Heu nach Hause. Stroh einfahren ist kein Problem, wenn die kleinen Eckigballen gut gepresst sind. Den Mist den die Vierbeiner verursachen, müssen sie auch selbst wegfahren. (Leider bleibt das Auf- und Abladen den Zweibeinern, also uns, überlassen!)
Ja, und dann wären da noch die Extratouren wie z. B. ein Umzug innerhalb des Dorfes: Eine befreundete Familie zog vom “Oberdorf” ins “Unterdorf” um, etwa 0.5 km entfernt. Wozu sollten sie extra einen Möbelwagen mieten? Alles was nicht mit dem Pkw zu befördern war, luden wir auf unseren Erntewagen, gleich vorne die Couchgarnitur, damit die kurze Fahrt auch recht gemütlich würde. Die Menschen im Dorf bekamen große Augen und man fragte uns, ob dies” der Treck nach Westen” sei.

Im vergangenen Herbst waren wir zweimal mit dem Erntewagen, dessen Ladefläche 1,90 x 4,50m groß ist, zum 8km entfernten Sägewerk gefahren, um Holz zu holen. Eine Fuhre wog fast eine Tonne. Das war zusammen mit dem Eigengewicht des Wagens dann eine Last von 1,5t, die in bergigem Gelände auf der Straße und befestigten Waldwegen zu befördern war. Hatten die Pferde beim Warten im Sägewerk noch unruhig gestanden, waren sie nun froh, dass sie eine Weile nur auf der Stelle stehen mussten (oder durften?).

Und nicht zu vergessen sind die vielen Ausritte mit und ohne Sattel, bei denen uns die beiden Pferdchen treue Freunde geworden sind.

Wenn der Schnee dick genug liegt, geht es lustig mit dem Pferdeschlitten durch die weiße Pracht.

IIn den Ferien organisieren wir Kutsch- Fahrlehrgänge für Kinder und Erwachsene mit der Fahrwartin Frau C. Döring. Außer deren Ponys dürfen auch unsere Hafis um Unterricht aushelfen.

Wer etwas davon selbst erleben möchte, kann bei uns buchen. Egal ob Tagestour, Erlebniswochenende oder Abenteuerferien, Bauern- , Silber- oder goldene Hochzeit, Heu, Stroh oder Geburtstagskinder herumfahren - wir machens möglich, nur das Wetter… das machen wir nicht.

Kontakt unter: tobi@pferde-abenteuer-hunsrueck.de oder Tel. 06543 400309

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