Weil’s so schön war, reite ich jetzt öfter mal in den Nachbarort, um die Zeitung auszutragen. Wird früh morgens schon im Dunkeln gesattelt, weiß Carina genau, wo es hingeht. Kaum aufgesessen stapft sie zielstrebig durch den verschneiten Garten
auf die Straße Richtung Raversbeuren - schlaues Tier!! Mit gelber Warnweste und Blinkarmbändern versehen mache ich mich auf den Weg. Am Dorfende lässt meine Freibergerstute das obligatorische Wiehern nach den Anderen lautstark ertönen. Doch zügig geht es weiter auf der mittlerweile geräumten Straße. Einige Autos überholen oder begegnen uns. Alle fahren sehr langsam und vorsichtig an uns vorbei - Danke!
An der Zeitungskiste angekommen binde ich Carina an der Laterne fest und verstaue die 27 Exemplare der Rhein-Hunsrückzeitung in den Satteltaschen, die wir eigens hierfür besorgt haben. Carina sucht bei mir nach Leckerlies, die ich aber leider vergessen habe. Bei Doris, einer meiner lieben Zeitungskundinnen, gibt es dann trockenes Brot fürs Pferd und herzliche Neujahrswünsche für mich. Etwas widerwillig folgt Carina zum nächsten Hof, den sie lieber nicht betreten möchte (könnte glatt sein?). Ich binde sie am Zaun an und bediene gleich die nächsten drei Häuser. Dann muss sie wieder mit. Am unteren Dorfende sitze ich auf und reite am “Backes” vorbei zum Steffenhof und von dort zur Dorfstraße weiter. Dort geht es wieder zu Fuß. Einige Male muss ich Carina geduldig überreden, mir bis zu den jeweiligen Treppen, Zäunen und Briefkästen zu folgen, so dass ich die Zeitung einstecken kann.

Auf einmal hat sie es dann eilig! AHA! Es geht die Dorfstraße Richtung Heimat! Nun mag sie nicht mehr an jedem Briefkasten anhalten. Also binde ich sie am Buswendeplatz am Straßenschild an. Es heißt “zur Wacht”. Nun werden die letzten Kunden beliefert ausser einem. Da muss ich am oberen Dorfende nochmal absitzen und zum Kasten laufen.

Carina tänzelt ungeduldig vorm Zaun herum. (Sie packt mal wieder den Araber aus)

Es wird schon schwierig wieder aufzusteigen und dann geht es im Sauseschritt nach Hause. Kurz vor Lötzbeuren legen wir auf einem verschneiten Nebenweg einen zünftigen Galopp ein. - Der Heimweg dauerte wieder nur 20 Minuten.

Jetzt habe ich ein sogenanntes “Dampfross” auf dem heimischen Hof stehen. Schnell abgesattelt und die Abschwitzdecke aufgelegt, damit es sich nicht erkältet. Eine gute Ration Hafer und Müsli nebst Wasser machen das Pferdeglück perfekt.
Pferde Abenteuer Hunsrück
Schoen. Als sei man dabei gewesen.